My thoughts on starting a blog
- noelleruetschi
- 1. Dez. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 2. Dez. 2024

Wieso möchte ich überhaupt einen Blog verfassen, war und ist eine Frage, die ich mir häufig stell(t)e. Wieso sollte ich auch über etwas einen Blog schreiben, wenn ich mich jahrelang nicht einmal überwinden konnte, darüber zu sprechen und mich meinem näheren Umfeld diesbezüglich anzuvertrauen?
So ganz genau weiss ich es eigentlich auch nicht. Aber wenn ich etwas gelernt habe: Reden hilft! Und es gibt Hilfe und Hoffnung. Denn alles zu verschweigen und zu verstecken, ist definitiv keine Lösung. Doch auch ich hatte Angst wie die Leute reagieren würden. Nicht unbedingt weil ich Angst hatte, komisch angeschaut oder verstossen zu werden, viel mehr davor, jemanden zu überfordern, traurig zu machen oder mich in den vermeintlichen Mittelpunkt zu stellen. Letzteres ist auch das Letzte, das ich möchte und vermutlich auch einer der Gründe, der mich lange am Teilen meiner Geschichte gehindert hat. Die simple Angst, dass einige das Gefühl haben, ich nehme mich und meine Probleme zu wichtig, vielleicht auch weil ich sie selber lange nicht so ernst genommen habe. Denn für eine sehr lange Zeit und manchmal auch noch heute habe ich das Gefühl, dass ich mich einfach nicht genügend anstrenge, nicht gut genug bin und zu wenig leidensfähig bin. Kleiner Spoiler vorab: Das ist alles völliger Quatsch! Wenn uns etwas wichtig ist, dürfen wir darauf vertrauen, dass wir stets unser Bestes geben und als Leistungssportler/in ist man sowieso schon (zu) sehr leidensfähig.
Was ich mit diesem Blog erreichen möchte, ist den Menschen da draussen, die ähnliches erfahren und durchleben mussten oder gerade dabei sind, ein wenig das Gefühl geben, dass sie nicht ganz alleine und schon gar nicht verloren sind.
Jahrelang habe ich genau das nicht geglaubt. Ich habe mich mit all dem unglaublich alleine und unverstanden gefühlt und mich vor allem unglaublich geschämt. Erst als ich kurz vor dem Abgrund stand und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wurde, war ich bereit, meinem näheren Umfeld von meinem langjährigen Kampf mit mir selbst und den Depressionen zu erzählen und mich anderen Menschen gegenüber zu öffnen. Davor wussten nicht einmal fünf Leute und ein paar wenige Therapeuten von meinen jahrelangen Struggles. Einfach zu gross war die Angst, andere Leute damit zu überfordern oder traurig zu machen. Und wenn ich nochmals etwas mit auf den Weg geben möchte: Man muss sich überhaupt nicht schlecht dafür fühlen, jemanden seine Sorgen mitzuteilen und sich verletzlich zu machen. Am Ende das Tages sind wir alles nur Menschen und wir haben alle unsere Schwierigkeiten.
Schade ist meist nur, dass viele sich erst im Rahmen einer Therapie oder gar erst in einer Klinik, wenn es offensichtlich ist, dass man Probleme hat, öffnen und darüber reden. Ich glaubte es lange selbst nicht, aber reden hilft und sich Unterstützung zu holen, ist das Stärkste, das man tun kann! Auch wenn es sich im ersten Moment extrem schwach und unangenehm anfühlt… Mir erging es genauso und ich habe lange nicht geglaubt und tue es auch manchmal heute noch nicht, aber es gibt Hoffnung - immer!
Als es mir selbst sehr schlecht ging, habe ich immer wieder nach Büchern, Artikeln, Blogs oder ähnlichem gesucht, mit denen ich mich identifizieren konnte. Aber irgendwie gab es da nicht viel. Es gibt Literatur über die Schattenseiten des Spitzensports, über Essstörungen, Red-S, Depressionen, etc. Aber ein Buch oder einen Blog, in dem alle Themen aufgegriffen werden, fand ich nie. Ich fühlte mich alleine, verloren und vor allem überfordert mit der Komplexität meiner Probleme.
Dann, kurz nachdem ich selbst im letzten August die Entscheidung getroffen habe, meinen Vertrag aufzulösen und vorerst keine Rennen mehr zu bestreiten, machte Leo Hayter seine Geschichte öffentlich, die meiner sehr ähnlich zu sein, scheint. Das erste Mal fühlte ich mich verstanden, nicht mehr so alleine und auch etwas bestätigt in meiner Entscheidung den Leistungssport bis auf weiteres an den Nagel zu hängen.
In diesem Blog möchte ich offen darüber sein, wie hart die Realität und das Leben mit psychischen Erkrankungen manchmal sein können, aber auch zeigen, was mir geholfen hat respektive hilft und dass das Leben unglaublich schön sein kann!
The sun will rise again

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